Das Problem ist die offenkundige Doppelmoral

NACH SPAHNS RÜCKTRITT: CDU/CSU BLEIBT PARTEI DER HEUCHLER!

Nicht Jens Spahns Familienglück ist das Problem. Auch seine sexuelle Orientierung spielt für die politische Bewertung keinerlei Rolle.

Es ist die Heuchelei und Doppelmoral!

Jens Spahn nutzte in den USA eine Leihmutterschaft, obwohl diese in Deutschland verboten ist, von der CDU weiterhin abgelehnt wird und er selbst diese ablehnende Politik mitgetragen hat. Wer anderen eine Möglichkeit aus ethischen Gründen verwehren will, kann sie nicht im Ausland für sich selbst in Anspruch nehmen und gleichzeitig politische Glaubwürdigkeit beanspruchen.

Wer Regeln für Millionen Menschen verteidigt, darf sich selbst nicht zur Ausnahme erklären.

Doch Spahns Rücktritt beseitigt die Heuchelei der Union nicht.

Der Familienpolitischen Sprecher der AfD im Bundestag, Martin Reichardt weist zu Recht darauf hin, dass Hendrik Streeck bereits zuvor gemeinsam mit seinem Ehemann in den USA Vater geworden war und Berichten zufolge ebenfalls eine Leihmutter beteiligt war. Vergleichbare Empörung oder personelle Konsequenzen blieben bei der CDU jedoch aus.

Beim einen wird plötzlich die politische Glaubwürdigkeit entdeckt, beim anderen werden beschwichtigende Erklärungen gesucht. Das legt den Verdacht nahe, dass in der Union nicht feste ethische Grundsätze, sondern öffentliche Aufmerksamkeit und parteipolitische Machtinteressen darüber entscheiden, wer gehen muss und wer bleiben darf.

Spahn wurde damit zum Bauernopfer einer Partei, die ihre konservativen Werte längst nur noch dann hervorholt, wenn sie politisch gerade nützlich erscheinen.

Das eigentliche Problem ist deshalb größer als Jens Spahn: Es ist eine Union, deren Grundsätze offenbar nur für andere gelten.

Eine glaubwürdige konservative Politik braucht klare Prinzipien und gleiche Maßstäbe für alle – auch für Spitzenpolitiker.

Diese glaubwürdige konservative Alternative gibt es nur mit der AfD.